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Cedrick

Translated by Markus Lemke


LITERARY NON-FICTION

Altneuland Press, May 2025 - Hebrew

Full translations available in English and German


A teacher comes across a news item: his former student, Cedrick, has been killed in Gaza. Driven to learn more and reconsider what he thought he knew, Amit, an educator and memoirist, explores the overlooked and marginalized communities of asylum-seekers and migrant workers in Israel, through an intensely personal and unflinching lens.  From scattered fragments, a full story takes shape—sharp, funny, and animated. Cedrick is a teacher’s lament for his student, but also a blueprint for an alternative human narrative. A rare literary document of striking emotional force that compels readers to listen.


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ביקורות

A striking literary document that compels readers to listen

Book Details

Translator:

Markus Lemke

Cover Designer:

Talia Baer

Book Editor:

Gunnar Cynybulk

Year of Publishing:

2026

ISBN:

978-3-98568-212-6

Number of Pages:

200

Read an Excerpt

Prolog

Cedrick ist tot. Vor acht Jahren war er mein Schüler. Ich erfahre davon, als mein Blick an einer Meldung in der Onlineausgabe von Haaretz hängen bleibt, kurz bevor ich in eines dieser süßen Freitagsmittagsschläfchen versinke. Offenbar wegen der Schlagzeile, da ich für gewöhnlich nicht die Geschichten der in Gaza umgekommenen Soldaten lese, die beinahe jeden Tag in der Zeitung stehen. Alle sind sie ihren Eltern und der Armee ergeben gewesen, und bei ausnahmslos allen konnte das Herz ihren überbordenden Altruismus kaum fassen. Aber vielleicht auch nur wegen der Unterzeile, die davon berichtete, dem Vater des getöteten Soldaten sei erlaubt worden, zur Beisetzung zu kommen, zweiundzwanzig Jahre, nachdem man ihn aus Israel ausgewiesen hatte; oder wegen des Fotos – die Aufnahme einer Frau, im Grunde genommen fast noch ein Mädchen, dem Äußeren nach eine Filipina, die am frisch ausgehobenen Grab zusammenbricht, das Gesicht zum Himmel gerichtet in einem Ausdruck unbeschreiblicher Trauer, der an eines der Bilder ikonographischer Trauer aus der Frühzeit des Christentums denken lässt. Sechs junge Soldaten, drei auf jeder Seite, die Arme straff am Körper anliegend und die Hände zu Fäusten geballt, haben zu einem Doppelspalier vor ihr Aufstellung genommen, doch sie sieht sie nicht, zumindest nicht in dem Moment, in dem die Aufnahme entstanden ist, weil ihre Augen fest geschlossen sind. Auf einem anderen Bild im selben Artikel kniet sie vor dem Grab, die Hände auf dem Erdhügel, die Augen noch immer geschlossen, das tiefschwarze Haar zaus und die Wangen von Strähnen bedeckt. Sie ist in ein rosafarbenes Schultertuch gehüllt mit Vogelaufdrucken in Schwarz und Weiß.


Schnell scrolle ich weiter: Cedrick Garin, kein Zweifel. Ich erkenne die glatte Schokoladenhaut, die hohen Wangenknochen und die pechschwarze Tolle. Nichts an ihm hat sich verändert, bis auf den leichten Bartflaum. Er ist vor dem Hintergrund eines Wüstenszenarios aufgenommen, das nur mit Mühe zu erkennen ist, weil er auf dem Bild, dessen Ränder von der Pressestelle der Armee abgeschnitten sind, von Soldaten umringt ist, sicher Kameraden aus seiner Einheit. Man sieht ihre Gesichter nicht, aber durch die abgeschnittenen Gliedmaßen – Teile von Armen und Beinen – ist sandiger, goldener Boden zu erkennen und auch eine letzte Aureole von Sonnenstrahlen, entweder bei Sonnenauf- oder bei Sonnenuntergang. Cedrick selbst sitzt. Seine Knie in den weiten Armeehosen sind von türkisfarbenen Plastikschützern bedeckt, und auf dem Rücken trägt er ein Funkgerät. Die Antenne ragt hinter seinem Nacken auf, und das Spiralkabel baumelt nachlässig vor seiner Brust. Seine Hände stecken bis auf die freien Fingerspitzen in schwarzen Netzhandschuhen, und um die Hüfte trägt er einen Gurt, vielleicht für das Funkgerät, vielleicht für Patronenmagazine. Auf jeden Fall aber hält er keine Waffe. Er ist schön, genauso schön, wie ich in Erinnerung hatte, muskulöser und breiter sogar noch unter der Uniform. Seine schwarzen Augen blicken unverwandt in die Kamera. Er lächelt nicht, scheint aber gerade gelächelt zu haben, da seine Lippen noch einen Spalt weit offenstehen. Aber vielleicht täusche ich mich auch.

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